Festakt zur Namensverleihung „Max-von-Pettenkofer“

14.12.2018 13:37

von Dr. Marcus Prell

Auf den Tag genau am 200. Geburtstag Max von Pettenkofers (1818–1901) veranstaltete das Berufliche Schulzentrum Neuburg am 3. Dezember einen kleinen Festakt in der Monheimer Straße. Anlass war die kürzlich erfolgte Umbenennung zu Ehren des in Lichtenheim bei Weichering geborenen Wissenschaftlers. Der offizielle Name lautet fortan: „Staatliches Berufliches Schulzentrum Max-von-Pettenkofer Neuburg a. d. Donau“. Die dazugehörigen acht Schulen - wie die Staatliche Wirtschaftsschule Neuburg a. d. Donau - behalten ihre bisherigen Namen. Regierungsschuldirektorin Caroline Stahl überreichte vor rund 80 geladenen Festgästen Schulleiter Fritz Füßl die offizielle Urkunde zur Namensverleihung.

Alle drei Festredner, Schulleiter Fritz Füßl, Landrat Alois Rauscher und Pettenkofer-Biograph Prof. Wolfgang Locher, waren sich einig, dass Max von Pettenkofer hervorragend zum Berufsschulzentrum passe. Der Aufstieg vom armen Bauernsohn zum gefeierten Wissenschaftler – den Adelstitel erhielt er erst im Jahre 1883 – beweise, dass man unabhängig vom Geldbeutel der Eltern beruflich Karriere machen könne. Freilich hatte Pettenkofer etwas Glück, da ihn sein wohlhabender Onkel in München unterstützte. Aber das Glück sei bekanntlich mit den Tüchtigen. Auch führe nicht immer der direkte Weg zum Ziel. Pettenkofer hatte einige Zeit erfolgreich als Schauspieler gearbeitet, bevor er in die Apotheke seines Onkels zurückkehrte und schließlich das Hygiene-Institut an der LMU München gründete. Heute gilt Pettenkofer weltweit als Begründer der wissenschaftlichen Hygiene. Insbesondere das von ihm in München konzipierte Kanalsystem zur Frischwasserver- und Abwasserentsorgung war Vorbild für viele andere Städte, die dadurch die Entstehung von Cholera und anderen Seuchen eindämmten.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von den beiden Lehrerinnen Barbara Landes und Susanne Kölbl, sympathisch moderiert von der Studierenden Sarah Litter aus der Fachakademie. Für das „Flying Buffet“ sorgten Gabriele Wasem und Stefanie Bauch mit den Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung. Zum Abschied gab es für jeden Gast eine kleine handgemachte Lavendel-Seife. Cornelia Euringer-Klose hatte mit Schülern der FOS die Präsente vorbereitet, passend zum Thema Hygiene.

Am Nachmittag des Festtages hatten dann alle Lehrkräfte des Schulzentrums Gelegenheit, mehr vom Leben und Wirken Max von Pettenkofers zu erfahren. Museumsleiter Friedrich Koch führte im Haus im Moos durch die von ihm konzipierte Sonderausstellung, die am 4. Dezember endet. Die zahlreichen mit Bildern und Texten versehenen Schautafeln erhält jetzt das Schulzentrum, um sie innerhalb der kommenden zwölf Monate im Schulhaus weiterzuverwenden. Für das „Pettenkofer-Jahr“ sind zahlreiche Schüler-Projekte geplant.