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Besuch des Konzentrationslagers Dachau

Verfasst am: 11.07.2018

Nach einer langen Fahrt, bei hohen Temperaturen, kamen wir in der KZ-Gedenkstätte Dachau an. Im ersten Eindruck wirkte die Gedenkstätte wie ein normales Museum, aber schon der Eingang durch das Tor mit dem Schriftzug „ARBEIT MACHT FREI“ brachte uns in Verlegenheit. Unser Gruppenleiter, auf den wir erstmals trafen, führte uns zum Appellplatz, wo die Häftlinge Stunden lang Tag für Tag schuften mussten. Er erzählte uns jede Menge Informationen über das KZ und die Geschichte der Hitler-Zeit. Dann ging es in die Baracken. „Hier sollen mal hunderte von Menschen gelebt haben? Für uns unvorstellbar.“

Die Hochbetten eng aneinander gestellt und mit sehr wenig Platz für alle, die dort drinnen leben mussten. Sowas wie Privatsphäre gab es dort nicht. So reichte schon ein falsch gemachtes Bett oder ein dreckiger Fußboden in den Baracken und man wurde bestraft. Anschließend gingen wir zu den Krematorien, diese lösten bei uns trotz der Hitze einen Kälteschauer aus. Dort sind die Leichen der Häftlinge in den Öfen verbrannt worden. Doch diese reichten nicht aus und es wurden auch Massengräber gebaut, um die Leichen zu entsorgen. Es gab auch eine Gaskammer, man weiß aber nicht genau, ob sie regelmäßig benutzt worden ist oder nicht.

Das KZ in Dachau hat auch als „Musterlager“ für alle anderen Lager gegolten, war aber ein Arbeitslager und kein Vernichtungslager gewesen. Dennoch gab es mehrere Tausende von Toten. Daran waren auch die medizinischen Experimente beteiligt gewesen, die sie an den lebendigen Häftlingen, teils mit und teils ohne Narkose ausübten. So sind Häftlinge mit Malaria infiziert worden, von denen viele daran gestorben sind. Nach der Führung sahen wir uns noch einen Lehrfilm über die Befreiung der Häftlinge an und durften uns danach noch eine Ausstellung darüber anschauen. Vor dem Einstieg in den Bus warfen wir noch einen Blick auf die Aufschrift „ARBEIT MACHT FREI“: Nun wissen wir, was das eigentlich bedeutet hatte, schließlich haben nur wenige Häftlinge die Freiheit erlangt und viele sind dagegen gestorben. Spätestens nach diesem Tag würde uns bewusst, dass so etwas Schreckliches nie wieder passieren darf.

 

Dachau