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E-Mailaustausch mit einem Schriftsteller

Verfasst am: 08.01.2018

Die Schüler der Klasse 7a erhielten im Schuljahr 2017/18 im Deutschunterricht die Aufgabe, sich für Referate über ihren Lieblingsschriftsteller zu informieren. Alexander Spieß suchte sich für sein Referat den Autor Wieland Freund aus. Schnell stieß er auf das Problem, dass es gar nicht so leicht war, die gewünschten Informationen im Internet zu finden. Deshalb überlegte sich Alexander Ende Oktober, Herrn Freund eine E-Mail zu schreiben und ihm darin seine Fragen persönlich zu stellen. Und seine Idee hatte Erfolg! – Die Antwort von Herrn Freund ließ nämlich nicht lange auf sich warten… Im Folgenden seht ihr Alexanders E-Mail und die Antwort von Herrn Freund:

Alexanders E-Mail an Herrn Freund:

Sehr geehrter Herr Wieland Freund

 

Ich bin 12 Jahre alt und besuche die Wirtschaftsschule in Neuburg an der Donau. Im Deutschunterricht sollen wir ein Referat über einen Autor halten. Mir gefallen Ihre Bücher von Janis, Motte und dem Schrat Wendel sehr gut. Deshalb habe ich mir Sie als Autor ausgesucht. Im Internet habe ich leider nicht so viel über Sie gefunden. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir zu folgenden Fragen antworten könnten:

 

Wie sind Sie in der Kindheit/Jugend aufgewachsen?

Wollten Sie schon immer Schriftsteller werden?

Was waren Ihre ersten schriftstellerischen Tätigkeiten?

Was gefällt Ihnen am Kinderbuchschreiben so besonders?

Haben Sie die Kinderbücher für Ihre Kinder geschrieben?

Fragen Sie Ihre Kinder auch mal nach Vorschlägen?

Haben Sie Hobbies?

 

Viele liebe Grüße

Alexander Spieß

 

 

 

Im November erhielt Alexander folgende E-Mail von Herrn Freund:

Lieber Alexander,

Danke für deine Nachricht und deine Fragen. Es freut mich sehr, dass dir der Schrat gefällt und du dir mich für dein Referat ausgesucht hast. Und ich hoffe, dein Lehrer weiß zu schätzen, wie viel Mühe du dir bei deinem Referat gibst – schöne Grüße!

Zu deinen Fragen:

Ich bin in einem kleinen Ort in Ostwestfalen aufgewachsen. Links und rechts von unserem Haus wuchs Wald. Aus Ostwestfalen bin ich vor langer Zeit fortgegangen, aber den Wald habe ich wohl irgendwie mitgenommen.

Ob ich immer schon Schriftsteller werden wollte, weiß ich nicht. Ich wollte aber immer schreiben, selbst als ich noch gar nicht schreiben konnte. Da habe ich Comics gemalt und meinen Eltern die Sprechblasen diktiert. Geht das als „erste schriftstellerische Tätigkeit“ durch? Wenn nicht: Mein erstes Kinderbuch habe ich in München um das Jahr 2000 angefangen. Es hieß „Lisas Buch“.

Was mir am Kinderbuchschreiben gefällt? Das ist eine sehr schwierige Frage. Ich mag Kinder als Publikum, weil Kinder unheimlich ehrlich sind. Ich mag aber auch, was Kinder mögen (hoffentlich): Schrate, Schildkröten, cholerische Wildschweine …

Ich habe meine Kinderbücher nicht unbedingt für und ganz bestimmt nicht allein für meine Kinder geschrieben, aber ich hätte sie ohne meine Kinder nicht schreiben können. Ich wäre nicht einmal auf die Idee gekommen. Andererseits wollte ich meine Kinder mit meinen Büchern aber auch nicht nerven. Sie mussten sich also nicht alles anhören ;-)

Aber Vorschläge, ja, die haben sie mir schon manchmal gemacht. Eigentlich jeden Tag, oft ohne es zu wissen.

Und schließlich die Hobbys. Du hast mich ja in der Zeitungsredaktion erreicht, in der ich arbeite. Ich könnte also sagen, dass genau genommen die Kinderbücher mein Hobby sind. Das wäre aber nicht wahr, eher sind sie so etwas wie ein zweiter Beruf. Wenn man aber zwei Berufe hat, bleibt nicht viel Zeit für Hobbys. Allerdings laufen bei uns zu Hause eine ganze Menge Tiere rum. Die mag ich gerne. Vielleicht kommen in meinen Büchern deshalb auch so oft Tiere vor.

Herzliche Grüße und viel Erfolg mit deinem Referat, dein Wieland Freund